Wissenswertes über die Scheidung

Zwei Vögel getrennt von einem Blitz, symbolisch für eine Scheidung

Die Ehe wird auf Antrag eines Ehegatten gerichtlich geschieden, wenn sie gescheitert ist. Auf den Grund des Scheiterns der Ehe kommt es nicht an. Voraussetzung ist lediglich, dass die Lebensgemeinschaft seit mehr als einem Jahr tatsächlich nicht mehr besteht und die Wiederherstellung der Ehe auch nicht mehr zu erwarten ist.

Die Trennungszeit beginnt mit dem Auszug eines Ehepartners aus der ehelichen Wohnung oder wenn sich die Eheleute innerhalb der gemeinsamen Ehewohnung getrennte Lebensbereiche geschaffen haben und sämtliche ehesozialen Bindungen abgebrochen haben. Ein getrenntes Schlafen und Essen reicht hierfür nicht aus. Vielmehr dürfen gegenseitig keinerlei Versorgungsleistungen mehr erbracht werden. Es verbietet sich hierbei zudem jegliches gemeinsames Wirtschaften, wie zum Beispiel kochen oder einkaufen auch für den anderen.

Zuständig für das Scheidungsverfahren sind die Familiengerichte bei den Amtsgerichten. Örtlich zuständig ist zunächst das Familiengericht, in dessen Bezirk ein Ehegatte mit den minderjährigen Kindern lebt. Haben die Ehegatten keine gemeinsamen Kinder, so ist das Amtsgericht zuständig, in dessen Bezirk die Ehegatten ihren letzten gemeinsamen Wohnsitz hatten, sofern ein Ehegatte dort bei Einreichung der Scheidung noch seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, ansonsten ist das Amtsgericht des Wohnsitzes des Antragsgegners zuständig.

In Deutschland herrscht Anwaltszwang, d.h. der Ehegatte, der die Scheidung bei Gericht einreicht, muss sich zwingend von einem Anwalt vertreten lassen. Der andere Ehegatte hat die Möglichkeit der Scheidung zuzustimmen, hierfür braucht er keinen Anwalt.

Im Falle der Scheidung führt das Gericht den Versorgungsausgleich automatisch durch. Alle Rentenanwartschaften und Versorgungsansprüche, die die Ehegatten während der Ehezeit erworben haben, werden hälftig geteilt.

Neben der Durchführung des Versorgungsausgleiches durch das Gericht besteht auch die Möglichkeit, dass die Ehegatten entweder durch notariell beurkundeten oder durch gerichtlich protokollierten Vergleich eine Vereinbarung zur Regelung des Versorgungsausgleiches treffen. Im Rahmen der Protokollierung des gerichtlichen Vergleichs vor dem Familiengericht müssen jedoch beide Ehegatten insoweit anwaltlich vertreten sein.

Ist die Ehezeit unter drei Jahren, so wird der Versorgungsausgleich nur auf ausdrücklichen Antrag einer Partei durchgeführt.

Im Rahmen des Scheidungsverfahrens wird regelmäßig von dem Gericht ein Verhandlungstermin bestimmt, zu dem beide Ehegatten persönlich erscheinen müssen und von dem Gericht angehört werden.

Die Gerichtskosten für das Scheidungsverfahren werden von den Eheleuten hälftig getragen. Zudem trägt jeder Ehegatte die Kosten für seinen Anwalt.